Wenn dir das Vermissen von jemandem den Atem raubt

„Vor ein paar Monaten habe ich meinen Mann bei einem Autounfall verloren. Ihn zu vermissen, raubt mir den Atem. Kannst du mir etwas sagen?“

Meine Liebe, ich kann viele Worte mit dir teilen, aber sie werden dir nicht helfen, deine Leere zu füllen. Du wirst dich ihr allein stellen müssen.

Lass mich nur sagen, dass unsere Trauer vor dem Tod entsteht, weil wir immer jemand anderen sterben sehen und wir den Tod immer nur von außen betrachten. Wir blicken auf seine Oberfläche: Augen, die sich schließen, ein Körper, der starr wird, aber wir bleiben weit von seinen Tiefen entfernt. Für uns ist der Tod die größte Ungerechtigkeit, während er für diejenigen, die ihm begegnen, eine tiefgreifende Lebenserfahrung ist.

Ich schreibe dir jetzt einen kleinen Rat, vielleicht wird er dir nicht gefallen, aber es ist der aufrichtigste, den ich dir geben kann: Beobachte deinen Mangel gut, falle in ihn hinein, denn er ist nicht so, wie er scheint.

Lass dich in diesen Mangel fallen, in das Gewicht auf deinem Herzen, das dir den Atem raubt, tauche aufrichtig in seine Gegenwart ein und höre, an wen er gerichtet ist. Im ersten Moment denkst du vielleicht, dass der ganze Schmerz für deinen Partner ist, aber das ist nicht wirklich so. Seine Botschaft ist für dich.
Denn du siehst, wir vermissen die Menschen nie wirklich, sondern nur, wie wir uns erlauben, zu sein und wie intensiv wir uns in ihrer Gegenwart zu lieben wussten. Dein Mann war viel mehr als nur ein Mensch für dich: Er war Güte, Fürsorge, Ironie, Hoffnung, Schutz, Mut, bedingungslose Liebe… Er war ein Symbol für all das, was in dir zum Vorschein kam, als du an seiner Seite warst, für die Schönheit, die du in dir selbst sehen konntest. Hör nicht auf deinen Verstand: Du vermisst nicht wirklich seinen Körper, du vermisst nicht seine Gewohnheiten, seine Eigenheiten, das war nur die Oberfläche: Du vermisst die Schätze, die du dir allein nicht mehr zu geben weißt.

Ich weiß, dass es dir so vorkommen wird, als würdest du ihm etwas wegnehmen, aber das ist nicht so. Denn wenn du heute deinen Körper verlassen würdest und in vielen Jahren die Chance hättest, deine Töchter zu treffen, würdest du dir sicher wünschen, dass sie zu dir sagen: „Mama, wir haben von deiner Vergebung gelernt, süß zu sein, von deinem Stolz, stark zu sein, von deiner Freude, frei zu tanzen!“, und du würdest sicher nicht wollen, dass sie atemlos feststellen, dass du ihre Süße, Stärke und Freude bist.

Beobachte deinen Mangel, erinnere dich daran, wie du es dir erlaubt hast, zu sein, als du an ihrer Seite warst, bemerke all die Wunder in dir, lass sie zurückkommen. Wenn du das tust, wirst du deinem Weg die höchsten Ehren erweisen.

Auf diese Weise könnt ihr euch, wenn ihr euch in einem nächsten Leben wiedertrefft, anlächeln und euch staunend erzählen, wie toll ihr euch durch den Duft des anderen erinnert habt.

Eine große Umarmung

David Simurgh
David Simurgh

Europamanager für die Eish Shaok International Association. Er verbreitet die Prinzipien des spirituellen Erwachens durch seine Arbeit als Lehrer, Dozent und Autor. Bis heute ist er der Autor von drei ersten Büchern über den Eish Shaok Pfad: "Ich werde dir von ihnen erzählen I- Am Anfang", "Ich werde dir von ihnen erzählen II- In der himmlischen Wohnstätte" und "Jenseits von dir". Die Bücher können hier bestellt werden: http://www.ilgiardinodeilibri.it/autori/_haidehoi-david-simurgh.php

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